Vier Kätzchen unter der Motorhaube

Am 21. Juli bekommen wir einen Hilferuf. Seit drei Wochen zieht eine Mutter ihre Jungen im Motorraum eines Peugeots groß und war durch nichts mit ihren Babys herauszulocken. Nun wollen die Autobesitzer mit ihrem Wagen in Urlaub fahren und es ist guter Rat teuer.
Reinhard und ich fahren hin, holen die Babys aus dem Motorraum heraus und legen sie in eine Kiste, wobei wir aufmerksam von der Mutter beobachtet werden.

Die Autobesitzer gingen von drei Kätzchen aus, aber als diese im Karton lagen, hören wir ein leises Wimmern aus dem Motorraum; es waren vier Katzenbabys. Alle werden in einen Umsetzkorb gesetzt, dieser an eine Falle angeschlossen und Stunden des Wartens und Bangens beginnen.
Würde die Mutter, die oben links über der Garageneinfahrt sitzt, zu ihren Kleinen gehen? 
Wir legen mehrmals eine Futterspur. Die Mutterkatze hat großen Hunger, aber erst nach fünf Stunden, in denen wir abwechselnd ‘Wache gehalten’ haben, geht sie bis hinten hinein zu ihren Babys. Sie tritt dabei so vorsichtig über den Auslöser hinweg, dass die Tür der Falle nicht zufällt. Aber der Autobesitzer, der es beobachtet, kann zu ihr gehen und die Tür von Hand schließen.
Danach wird der Umsetzkorb geschlossen, von der Falle gelöst, und ab geht’s in die Pflegestelle.
 
Hier ist die kleine Familie erst einmal in Sicherheit. Die Mutter umsorgt ihre Babys wunderbar.
 
Die Kleinen scheinen gesund und munter zu sein.
Die folgenden Tage ist trinken,
 
ausruhen
 
und schlafen angesagt.

Der Beschützerinstinkt der Mutter ist so groß, dass wir uns etwas einfallen lassen müssen, denn das Nachfüllen von Futter und Wasser, sowie das Absammeln der Katzentoilette und das Säubern ihrer kleinen Behausung stellt sich als zunehmend schwierig heraus. Das bisher bewährte Patent mit der angeschlossenen Falle bewährt sich hier nicht, da die Mutter, sobald sie jemanden kommen hört, nicht von der Seite ihrer Kinder weicht.
Also schließen wir zwei Käfige aneinander, deren Durchgang bei Bedarf geschlossen werden kann.

Das kommt auch dem zunehmenden Bewegungsdrang der Kleinen zugute.

Obwohl sich der erst einmal in Grenzen hält; noch wird die meiste Zeit des Tages verschlafen.

Dabei gedeihen die vier – ein Mädchen und drei Jungen – prächtig.

Und so langsam wird es eng.

Die Kätzchen interessieren sich schon für Futter und Wasser.

Man merkt, dass sich Karin, die Katzenmutter, zunehmend unwohl fühlt. 
Futter und Wasser nachfüllen, den Käfig reinigen und die Toilette absammeln, alles wird zu immer größerem Stress für die Beteiligten. Es ist an der Zeit, Karin kastrieren zu lassen, damit sie wieder in ihr altes Revier zurückkehren kann.
 

Die vier Wonneproppen bleiben bei uns.

Sie kommen gleich mit zur Tierärztin, die höchst zufrieden mit den Kätzchen ist und ihnen Floh- und Wurmmittel gibt.
Zuhause angekommen, merkt man ihnen nicht an, dass die Mama fehlt.
Sie haben weiterhin einen guten Appetit …

und vor allem haben sie nichts von dem abweisenden Verhalten der Mutter Mensch und Hund gegenüber übernommen.

Nach anfänglicher Skepsis …

wird die Fürsorge des großen Freundes dankend angenommen.

Bald ziehen die vier ins Gästezimmer um.

Da gibt es Spielzeug …

und neue Spielgefährten.

Es sind Charly und Geraldine. Alle sechs verstehen sich schon nach wenigen Tagen super miteinander.

Und sie haben viel Spaß zusammen.

So war es gedacht:

Und so wird es gemacht:

Eins, Zwei, Drei und Vier haben sich prima entwickelt und es wird Zeit, dass sie statt der ‚Arbeitsnamen‘ richtige Namen bekommen. Die griechischen Namen für Zahlen hatten wir schon vergeben (Ein Wurf Flaschenkinder). 
Bei der Suche im Internet nach Zahlen in anderen Sprachen gefallen uns die indonesischen Zahlennamen:

Wer kommt denn? Dua, Tiga, Empat und Satu können vom Schnüffeln gar nicht genug bekommen.

Charly und Geraldine wurden kastriert, haben den Eingriff gut überstanden und am nächsten Tag wird schon wieder zusammen gespielt.