Vier Katzenkinder im Karton

Am 24. Juli werden vier Katzenkinder, die bis dahin im Garten eines Mehrfamilienhauses von ihrer Mutter aufgezogen wurden, in einen Karton gepackt und auf die Straße gestellt. Eine Nachbarin findet die Kätzchen und kommt mit dem Karton zu mir.
Da ich vermute, welche Katze die Mutter sein könnte, bringen wir den Karton zurück und dürfen ihn in den Vorgarten eines Hauses in der Nähe stellen, in der Hoffnung, die Mutter würde ihre Babys dort finden.
 
In der Tat kommt die Mutter gegen Abend zurück, um sich um die Kleinen zu kümmern, wird aber immer wieder von Menschen und Katzen gestört.
Wir denken, dass sie nachts, wenn es ruhig ist, wiederkommen wird und stellen eine Falle auf, mit ihren Kindern in einem angeschlossenen Korb, so wie wir drei Tage vorher die andere Katzenmutter gefangen hatten: Vier Kätzchen unter der Motorhaube.

Leider lässt sich diese Katzenmutter nicht fangen. Wir lassen ihre Kinder noch ein paar Tage dort, damit die Mutter sie weiter versorgen kann.   
 

Sie kommt offenbar nur nachts. Viel zu oft allein gelassen, fangen die Katzenkinder an, aus dem Karton zu krabbeln.
Eins läuft sogar schon auf die Straße, wo eine Frau ihren Hund gerade noch davon abhalten kann, das Kätzchen zu schnappen.
 
Wir überlegen hin und her und kommen schließlich zu dem Entschluss, dass wir die Kätzchen nur retten können, wenn wir sie in unsere Pflegestelle holen. 
Als erstes geht’s zum Tierarzt, der mit ihnen zufrieden ist, und ihnen Floh- und Wurmmittel gibt.
 
Lakis freut sich, endlich kann er sich wieder kümmern.
 
Auch Steffi zeigt Interesse an den neuen Mitbewohnern.
 
Damit wir sehen, ob die vier gut zunehmen, werden sie gewogen.

Sie sind eine große Freude und entwickeln sich prächtig … 

 

nicht zuletzt, weil sie schnell gelernt haben, aus dem Fläschchen zu trinken.

Und was ebenso wichtig ist, wenn man groß und stark werden will, ist schlafen, schlafen und schlafen …

besonders schön, unter dem Schutz eines großen Freundes.

Es ist immer wieder erstaunlich wie es funktioniert: Gerade schauen sie einen noch an …

im nächsten Moment fallen sie in tiefen Schlaf.

Wenn sie dann einmal wach sind, hat Lakis seine liebe Mühe mit den lebhaften, furchtlosen Katzenkindern.

 

 

 

 

 

 

Die ersten zwei Wochen bei uns sind wie im Flug vergangen – aus den Flaschenkätzchen werden Tellerkätzchen.

Unerschrocken erobern sie ihre kleine Welt und sind zu immer neuen Spielen aufgelegt.

Eckstein, Eckstein, alles muss versteckt sein!

Und wieder einmal begeben wir uns auf Namenssuche.
Die Kätzchen unter der Motorhaube hatten wir durchnummeriert, um sie auseinanderzuhalten. Wir setzten drei Tage später die Reihe fort und nannten die Katzenkinder aus dem Karton vorerst Fünf, Sechs, Sieben und Acht. 
Auch die Namen dieser Zahlen in anderen Sprachen hätten uns gefallen und tatsächlich wurden wir bei gotisch-germanischen Namen fündig:

Nichts ist mehr vor ihnen sicher.

Irgendetwas finden sie immer, womit sie sich beschäftigen können:

Bei einer stärkenden Mahlzeit …

wird dann der nächste Unsinn ausgeheckt.