Milui und Petrakis

Auf das Glückskätzchen macht mich am 27. August 2014 Margareta aufmerksam, die in der Nähe von Elenis Futterstellen wohnt. Es hatte sich von den anderen Katzen abgesondert und Margareta bemerkte, dass sich das Kätzchen nicht richtig bewegen konnte.
Der Tierarzt stellt einen Bluterguss am Bauch fest und eine Röntgenaufnahme zeigt mehrere kleine Frakturen im Beckenbereich.

Das Tierchen darf sich 14 Tage nur wenig bewegen und sitzt die meiste Zeit in einer Tragebox. Morgens, mittags und abends setze ich es für einige Minuten in eine Box mit Sand, wo es brav seine Geschäftchen erledigt.

Weil die Süße alles so geduldig erträgt, bekommt sie den Namen Milui, was auf elbisch freundlich, liebevoll heißt.

Nach einer Woche darf sich Milui schon etwas bewegen, aber nur unter Aufsicht, damit sie nicht rennt oder springt.

Zu allem Überfluss hat Milui auch noch Schnupfen; den Sirup dagegen schluckt sie ohne zu murren.


Am 2. September 2014 sitzt an der Futterstelle am PKW ein junger Kater. Er faucht zwar zunächst, kommt aber sofort runter von seinem Sack voll Grünschnitt und lässt sich streicheln. Weil er mich an Petros erinnert, der von Hennys Futterstelle zu Maria kam, nenne ich ihn Petrakis.

Petrakis Nase ist ganz vereitert, er hustet schlimm, braucht dringend Hilfe und ich beschließe, ihn mitzunehmen.
Das Halsbändchen hat nicht viel zu bedeuten. Manche Leute binden Streunern, die ihnen gefallen, ein Halsbändchen um, aber wenn ein Tier krank wird, kümmern sie sich nicht mehr darum.
Auf dem Nachhauseweg treffe ich zufällig auf einen Mann, der behauptet, Petrakis sei sein Kater. Als ich ihm sage, dass Petrakis sterben würde, wenn er nicht mit ihm zum Tierarzt ginge, meint der Mann nur: Nimm ihn! Nimm ihn!

Wie viele Streuner zieht Petrakis zunächst den Sand einem weichen Bettchen vor.

Petrakis ist unglaublich lieb und umgänglich. Problemlos nimmt er seine Medizin und lässt sich die Nase spülen.

Nur mit dem Fotografieren haben wir Probleme, weil er sich sofort hinwirft und mit dem Band an der Kamera spielen will oder auf mich zugelaufen kommt.

Anfang Oktober endlich sind beide geimpft und es gibt grünes Licht vom Tierarzt: Ende der Isolation, es darf zusammen gespielt werden.

Leider bekommen wir – wohl wegen des schwierigen Starts ins Leben der beiden – ihren Husten bzw. Schnupfen nicht in den Griff. Es steht zu befürchten, dass vor allem Petrakis chronisch krank ist.

Wenn sie nicht immer mal wieder husten oder niesen würden, glaubt man es nicht, denn sie genießen ihr Leben in vollen Zügen.

Petrakis wurde schon kastriert und bald ist es auch für Milui soweit.

Nein, nicht abhauen!

Was sein muss, muss sein!

Schon ist es überstanden und Petrakis nimmt seine Milui in Empfang.

Was die beiden noch nicht ahnen: Es warten bereits liebe Menschen auf sie, die ihnen alle Liebe und Fürsorge schenken möchten, die sie benötigen, um vielleicht doch wieder ganz gesund zu werden.

Kurz vor der Reise geht es ein letztes Mal zum Tierarzt.

Kommst du auch mit raus, Milui?

Eine letzte Mahlzeit

und dann wird die Reisebox untersucht.

Am 13. Dezember 2014 ziehen Petrakis und Milu in ihr neues Zuhause.
Die beiden heißen jetzt Paul und Milu, wohnen zwar jeder für sich in ihrem neuen Zuhause, aber die Wohnungen liegen Wand an Wand. Paul und Milu besuchen sich täglich und demnächst bekommt die Wand ein Loch mit Katzenklappe.
Paul und Milu haben auch eine Facebookseite.