Lilly, Molly, Nelly und Tychi

Am Morgen des 28. Augusts 2014 werde ich angerufen, weil in einem Garten in der Nähe von Georgos Fangstelle Katzenbabys schreien. Sofort mache ich mich auf den Weg.
Viele sind noch in den Ferien und niemand ist im Haus, der uns in den Garten lassen könnte.
Was bleibt mir anderes übrig, als über den Zaun und die Hecke zu steigen und nach den Babys zu suchen.

Das Geschrei kommt vom Holzstapel vorm Kellerfenster her. Schnell ist das Holz abgebaut. Vom ungewohnten Geräusch ganz still geworden, liegen drei Katzenbabys zusammengekauert auf der Fensterbank, werden sogleich ins T-Shirt gepackt, über den Zaun gereicht und das Holz wird wieder aufgestapelt.

 


Die Babys werden in die Box gelegt und nach Hause gebracht.

 

 

Zu Hause werden die Drei schon erwartet.

Die Babys fangen sofort an zu trinken, weil Lakis sich kümmert.

Aber das Glück für ihn ist schon bald wieder vorbei. In der Klinik wurde eine Katze kastriert, die noch Milch hatte. Nach Absprache mit dem Tierarzt wollen wir versuchen, ob die Katze die Kleinen annimmt.

Mit Spannung warten wir, was passiert.
Die Kleinen Wesen kriechen sofort zur Quelle, und was macht die Katze? Sie legt sich zur Seite und lässt die Kleinen trinken.

Uns wurde zwar versichert, dass die Katze ihre Jungen schon großgezogen hätte, aber es könnte sein, dass diese Katze die Mutter der Babys ist.
Egal, die Hauptsache ist doch, die Kleinen werden versorgt. Ist zwar schade für Lakis, aber für die Babys das Beste.
Die kleine Familie soll eigentlich noch übers Wochenende in der Klinik unter Beobachtung bleiben, aber es ist zu viel Trubel dort. Wir wollen die scheue Mutter nicht noch mehr verunsichern und so hole ich alle vier am anderen Tag nach Hause.

Die Kiste ist schon fertig …

und auch die Mutter weiß gleich, wo sie hingehört.
Der Zeitung kann man nichts mehr hinzufügen, oder?

Leider versteckt sich die Katzenmutter jedes Mal, wenn sie Schritte hört.
Da es auch mit der Zeit nicht besser wird, besprechen wir mit der Tierärztin, die die kleine Familie ab und zu besucht, die Mutter sobald wie möglich freizulassen.

Aber ein paar Wochen lang kümmert sie sich rührend um die Mädchen, die leben wie drei Maden im Speck.

Nach den ersten Gehversuchen außerhalb der Kiste …

wird erst einmal eine kleine Pause eingelegt.

Fotoshooting!

Es kommt immer mehr Leben in die Kiste.

Die Katzenmädchen haben Namen bekommen: Lilly, Molly und Nelly

und wandern im Bad umher.

Auch zurück klappt es schon.

Zwei Wochen später sind sie richtige Katzenkinder geworden, keine Babys mehr! Sie fressen und trinken wie die Großen und – auch wenn es hier anders aussieht – sie verwechseln nicht das Bett mit dem Katzenklo.

Mitte Oktober lassen wir die Mutter frei. Sie hat ihre Kleinen wunderbar versorgt, ist aber immer ängstlich geblieben. Es wird Zeit für sie.

Nichts wie weg!

Ihre Kinder entwickeln sich weiter prächtig.
Was ist denn da interessanter als das Futter?

Langweilig wird es ihnen nie, sie finden immer eine Beschäftigung.

Molly ist ein kleiner Draufgänger und sehr zutraulich.
Obwohl alle drei von Anfang an die gleiche Zuwendung von Menschen erfahren haben, sind Lilly und Nelly vorsichtiger und warten erst einmal ab.

Ende Oktober ziehen die drei in ein größeres Zimmer um. Molly und Nelly schnüffeln gleich los …

und du Lilly? Okay, keiner wird zu etwas gezwungen.

Bald wird es Zeit für die erste Impfung.

Als sie wieder zurücksind, ist irgendetwas anders.
Molly traut sich mal wieder zuerst.
Was steht denn da und wieso riecht es so seltsam?

Ein neues Kätzchen ist mit der Box gekommen.
Es ist die kleine Tychi.

Mardzi, eine Tierschützerin, die bei Georgos Fangstelle wohnt, fand die kleine Tychi mit etwa fünf/sechs Wochen. Tychi konnte ihr rechtes Vorderfüßchen nicht strecken und trat immer mit dem Handrücken auf. Draußen konnte sie so nicht leben. Die Untersuchung beim Tierarzt ergab, dass Tychis Gelenk nach einem Bruch falsch zusammengewachsen war.
Tychi blieb bei Mardzi, bis diese ihre kranke Mutter zu sich nehmen musste. Da Mardzi schon drei ehemaligen Streunerhunden ein Zuhause gibt, konnte sie sich nicht mehr genug um Tychi kümmern und das sehr liebe Kätzchen kam zu uns in die Gesellschaft von Katzen.

 Die Eingewöhnungszeit dauert nicht lange.

Bald wird zusammen gespielt und eine darf auch mal im Körbchen der anderen schlafen.

Aus den Katzenkindern werden kleine hübsche Katzendamen.
Bald erfahren wir, dass Lilly und Nelly zusammen in eine Familie kommen.
Die neue Katzenmama zeigt sehr viel Verständnis für die beiden, wird ihnen die nötige Geduld entgegenbringen und ihnen die Zeit geben, die zur Eingewöhnung brauchen.

Molly wird weniger Probleme haben, sich einzugewöhnen. Auch sie hat schon ein neues Zuhause gefunden, in das sie mit der etwa gleichaltrigen Hexe der Bochumer Katzenhilfe gemeinsam einziehen wird.

Aber noch bleiben sie in der Pflegestelle. Tychi wird bald kastriert.

Gut, wenn man nach so einem Schrecken nicht allein ist.

Kurze Zeit später haben es auch die anderen hinter sich.

und es kann wieder nach Herzenslust gespielt werden.

Manchmal bekommt man sogar alle vier auf ein Bild.

Tychis kleines Handycap stört sie zum Glück überhaupt nicht.

Spielen macht hungrig.

Anfang Februar heißt es dann schon Abschied nehmen von den drei Schwestern.
Transportbox und -tasche stehen schon Tage vorher im Zimmer, damit sie den Katzen am Tag der Reise nicht fremd sind. Tychi probiert auch schonmal aus, obwohl es für sie noch nicht soweit ist.

Auch Sternchen sitzt wie immer Probe.

Vor der Reise werden die Schwestern richtig müde gespielt …

und dann geht es los.

Viele liebe Wünsche begleiten euch.

Anfang Februar 2015 haben Lilly und Nelly sowie Molly und Hexe ihr neues Zuhause bezogen.

Hexe und Molly bekommen Ende Mai Besuch von Ulla, die berichtet:

Tychi muss noch zwei Wochen Warten bis sie bei ihrer neuen Spielgefährtin, Katze Mathilda, einziehen kann. Ihr wird aber nicht langweilig.

Sie ist überall dabei …

und sieht das erste Mal Schnee.

Sie ist ein sehr lieber Schatz …

versteht sich gut mit unseren Katzen und lernt die Drei Musketiere kennen.

Schließlich ist es auch für Tychi Zeit für den letzten Check beim Tierarzt.

Noch eine Mahlzeit zusammen und dann geht es auf die Reise.

Viel Glück, liebe Tychi!

Neugierig, wie es Tichy im neuen Zuhause geht?