Fangstelle Mesogeion

Auf dem Weg zum Tierarzt fahre ich häufig an einer kleinen Futterstelle vorbei, die in einem Gebüsch liegt. Im Juli 2014 sehe ich mir die Stelle genauer an.
Auf dem Hof und im Garten eines kleinen Hauses leben einige Katzenkinder mit ihrer Mutter …

sowie ein alter Kater, der Senior.

Versorgt wird die Futterstelle von Penny, die allerdings noch nie darüber nachgedacht hat, die Katzen kastrieren zu lassen. Sie ist aber damit einverstanden, dass ich für einige Zeit das Füttern übernehme, um mir ein Bild von den Katzen machen zu können.

Die Katzenmutter kümmert sich rührend um ihre Kleinen und passt gut auf, man kommt nicht nahe an sie heran. Sie weiß, dass sie mit ihren Kindern am Haus vor Fremden geschützt ist.

Jeden Tag bringe ich Futter und eine Woche später haben sie sich schon etwas an mich gewöhnt. Hier liegen sie auf der Mauer, aber ich traue mich nicht näher heran, möche sie nicht verscheuchen.

Beim Heranzoomen meint man, die Mutter mit sechs Kätzchen erkennen zu können.

Zwei Wochen später kommen die Kleinen schon heraus an die Futterstelle.

Im Oktober sind sie sicher schon acht Monate alt und es wird Zeit, ihre Mutter zum Kastrieren zu fangen.
Das wäre einfach auf dem Hof, aber die Frau, die dort wohnt, ist nicht kooperativ. “Warum denn die Katze kastrieren? Die Kleinen sterben doch sowieso bald. Das ist bisher immer so gewesen.”
Also versuche ich mein Glück auf dem Bürgersteig vor ihrem Haus.
Neugierig untersuchen die Katzenkinder und der Senior die Falle.

Ohne Scheu fressen sie das Futter, das es nach und nach in der Falle gibt. Als alle um die Falle versammelt sind, zähle ich zum ersten Mal acht Kätzchen: ein russisch blaues, drei schwarze, zwei rote, ein rotweißes und ein rosafarbenes.
Die Mutter hält sich zunächst noch fern …

aber als die anderen satt sind und sich verkrümelt haben, geht auch sie in die Falle, die inzwischen scharf gestellt ist. Dass es gleich beim ersten Versuch klappen würde, hätte ich nicht gedacht.

Während die Mutter in der Klinik ist, werden die Kleinen immer besonders gut mit Futter versorgt.

Der Senior ist die meiste Zeit bei ihnen. Hier sieht man ihn und alle acht Kätzchen.

Der kleine russisch blaue Kater hat eine Wunde am Schwanz.
Leider versteckt er sich im Garten. Ich kann ihn aber am nächsten Tag fangen und in die Klinik bringen, wo seine Wunde versorgt wird. Zum Glück ist es nichts Schlimmes und er kann einige Tage später wieder zu den anderen.

Die Katzenmutter hat die Kastration gut überstanden und ist auch wieder zurück.

Nach einiger Zeit werden zwei der Kätzchen sehr zutraulich, diese rote Katze …

und ihr rosafarbener Bruder. Da die Besitzerin des kleinen Hauses nicht so viele Katzen auf ihrem Grundstück haben möchte und sich jemand findet, der zwei Kätzchen zu sich nehmen möchte, hole ich die Katzen zu mir bis sie geimpft sind und bringe sie danach in ihr neues Zuhause.

Mit Penny, der Betreuerin der Futterstelle war das auch abgesprochen und meine Aufgabe ist nun erst einmal beendet. Penny wird dafür sorgen, dass es den anderen Katzen weiterhin gut geht …

und ich werde mich erst wieder einschalten, wenn die Kleinen soweit sind, dass sie kastriert werden können.

Im Oktober schaue ich mit Maria unsere neuen Fangstellen an und als wir zur Mesogeion kommen, steht dieses kleine Wesen auf der Straße, aber das ist eine andere Geschichte: Rópalo.

Im Januar 2015 ist es soweit, die Jungen können kastriert werden.
Penny sagt, dass zwei Kätzchen verschwunden sind, das russisch blaue und ein schwarzes.
Der Mutter geht es gut. Statt von Katern gejagt zu werden oder schon wieder trächtig zu sein, genießt sie ihr Leben mit dem Senior und ihren vier Katzenkindern.

Von denen fangen wir zuerst ein schwarzes Katerchen und ein rotes Kätzchen. Am selben Tag geht ein Kostgänger der Futterstelle in die Falle.

Nun fehlen von den jungen Katzen noch der rotweiße Kater,

und der andere schwarze.

Leider habe ich keine Falle dabei, aber da der rotweiße Kater sehr hungrig zu sein scheint, versuche ich ihn mit Futter in die Box zu locken und siehe da, es klappt.

Am folgenden Abend kommt er zurück.
Wie riecht der denn?

In den nächsten Tagen komme ich jeden Tag vorbei, weil der schwarze Kater noch nicht kasriert ist und wir nicht möchten, dass er auf Wanderschaft geht.
Es ist immer wieder eine Freude zu sehen, dass es den Katzen an dieser Futterstelle jetzt gut geht.

Schließlich wird Mitte Februar auch das letzte Kätzchen kastriert …

und es ist vorerst Ruhe eingekehrt an Pennys Futterstelle.

Als ich im April 2016 wieder an der Fangstelle vorbeikomme, freue ich mich darüber, die Katzenmutter gesund und munter wiederzusehen.

Es gibt aber auch neue Katzen und ich bespreche mit Penny, die nächsten Tage nachmittags mit der Falle zu kommen. Penny füttert früh morgens nur wenig und nachmittags dürften die Katzen schon wieder hungrig sein.

Einige Tage später ist ein prächtiger Kater gefangen.

Als ich ihn am nächsten Tag freilasse …

habe ich Glück, einen zweiten Kater …

und das Kätzchen, das schon einige Tage vorher in der Nähe der Falle war, zu fangen.
Ich bin froh, es so schnell gefangen zu haben, denn es hat eine Wunde am Hals. Die ist zum Glück nicht schlimm und das Kätzchen muss nicht lange in der Klinik bleiben.

Ich füttere noch ein paar Tage weiter, aber es kommen keine unkastrierten Katzen mehr vorbei, auch morgens nicht, wenn Penny füttert.
Auf dem rechten Foto schaut der rote Kater, der Kostgänger, der im Januar 2015 kastriert wurde um die Ecke. Er ist sesshaft geworden.