Die kleinen Strolche

Ostersonntagmorgen, den 20. April 2014, bringen Athina und ich eine am Auge schwer verletzte Streunerkatze in die Notaufnahme. Erst bei der Untersuchung in der Klinik stellt man fest, dass die Katze Milch hat.
Der Tierarzt meinte, dass sie ein bis zwei Kitten haben müsste.
Wir suchen die Gegend ab, fragen Leute, aber von den Kitten keine Spur.
Immer wieder mache ich einen Spaziergang mit Lakis und am Ostermontag um die Mittagszeit höre ich endlich Katzengejammer – so schlimm, wie man es sich von so kleinen Kerlchen kaum vorstellen kann.
Irgendwo hinter diesem Grundstück müssen die Kleinen sitzen.

Glücklicherweise sind nicht alle Nachbarn über Ostern aufs Land gefahren und ich treffe eine Familie an, die zu dem Garten, aus dem das Geschrei kam, einen Schlüssel besitzt. In einer verwilderten Ecke hinten im Garten gibt es eine meterhohe Mauer. Auf diese sind die Kleinen in ihrer Verzweiflung geklettert und hören nicht auf zu schreien.
Ich sammele die beiden ein, fahre mit ihnen in die Klinik, wo sie von der Mutter aber nicht angenommen werden.
Der Arzt meinte, es könnte die Mutter sein, die die Kleinen aber zum Selbstschutz nicht annimmt.
Da wir nicht sicher sein können, dass die Kitten tatsächlich zu der Mutter im Krankenhaus gehören, erlauben die Nachbarn, einen Käfig mit den Kitten in ihrem kleinen Hinterhof aufzustellen.
Immer wieder krabbelten die beiden aus dem Karton und machten sich über das Futter her.

Es stellt sich keine Katze ein und am Abend hole ich die Kleinen zu mir.

Sie haben einiges nachzuholen:
Trinkt der eine Milch, frisst die andere Trockenfutter und umgekehrt.

Auf geht’s zum Tierarzt!
Nur sicherheitshalber, denn die beiden sind die reinsten Energiebündel und kaum zu bändigen – unsere kleinen Strolche eben.
Wir nennen sie Mickey und Mausi.

Entwickeln sie sich weiter gut, brauchen Mickey und Mausi in den nächsten Tagen nur einen geschützten Raum, Milch und Futter – nichts weiter. Wirklich nicht?

Laut Tierarzt tut den kleinen Wesen gut, wenn ein großes Tier sich kümmert, und so ist Lakis Pflege ausdrücklich erwünscht.
Mickey und Mausi warten auf Lakis.

Sie genießen es, wenn er sie putzt …

und ihre Bäuchlein massiert.

Schlafenszeit!

Aber wir sind doch noch gar nicht müde!

Bei so wuseligen Kerlchen lässt sich eine “Sicherheitsverwahrung” manchmal leider nicht umgehen, kleine Mausi.

Wie soll ich denn sonst – wenigstens hin und wieder – euer Bettchen sauber machen.

Die kleinen Strolche sind die absoluten Lakis-Fans.

Zirkusreif – oder?

Lakis begleitet sie überall hin und ist sofort zur Stelle, wenn wir sie zu uns holen.

Zum Verlieben die beiden!

Musstest du mich wecken?

Ja Mausi, euer Spielzimmer ist vorbereitet. Heute zieht Ihr um!

Ganz schön groß geworden, die beiden.

Und ab geht’s zum Tierarzt. Nach der zweiten Impfung lernen die beiden Sunday und Dimanche kennen.
Weiter geht’s unter Zwei und Zwei: Mickey und Mausi, Sunday und Dimanche.

Aber wie ging es denn mit Mickeys und Mausis Mama weiter?
Sie kam von der Notaufnahme zu unserem Tierarzt, der sie kastrierte und das Auge operierte.
Ein halbes Jahr war sie in unserer Pflegestelle, wo sie ganz allmählich zutraulich wurde, und zog dann in ein schönes Zuhause um.